Im Mittelstand stehen die Zeichen auf Veränderung. Vielleicht waren die Herausforderungen niemals zuvor so gross wie derzeit. Notwendige Reformen kommen nicht, während Künstliche Intelligenz nicht mehr aufzuhalten ist. Nicht nur in den Nachbarländern werden die Rufe nach den dringend benötigten Innovationen lauter. Auch hierzulande leidet besonders die breite Mittelschicht an Unternehmern, die sich fragt, wie sich die Krise bewältigen lässt. Parallel kommen erste Studien auf, die angeblich zeigen, dass sich eine KI-Skepsis bei den Beschäftigten breitmacht. Ist das wirklich so? Zeit für eine Zusammenfassung!
Haben Beschäftigte Lust auf Künstliche Intelligenz?
Der neue LinkedIn Workforce Confidence Index zeigt: Es kommt zu Verwerfungen im Bereich der Offenheit von Beschäftigten gegenüber intelligenten Tools. Wer vorher ablehnend war, zeigt sich jetzt zunehmend offen und ist teils sogar beeindruckt von den Möglichkeiten, die KI in den Betrieben bietet.
Allerdings gibt es noch keine Mehrheit für die moderne Herangehensweise, die weit über eine digitale Transformation hinausgeht. Künstliche Intelligenz wird bei 69 Prozent der befragten Beschäftigten als innovativ angesehen. Die Mehrheit zeigt sich also bereit, die KI-Tools näher an sich heranzulassen. Neue Tools und Abläufe brauchen eine Offenheit bei den Beschäftigten.
Viel wichtiger als die Zahl der gegenüber KI offen eingestellten Beschäftigten ist jedoch die andere Seite der Medaille. Der Bericht von LinkedIn zeigt deutlich, dass mehr als die Hälfte der Befragten besorgt ist und sich alleine gelassen fühlt, wenn es um Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz in Jobs geht. KI ist nicht aufzuhalten, Betriebe und Organisationen müssen jetzt handeln, um nicht den Anschluss zu verpassen.
In den nächsten 6 Monaten wollen sich viele Beschäftigte neue Kompetenzen in Hinblick auf intelligente Tools am Arbeitsplatz aneignen. Das ist gut so, denn noch immer gibt es eine breite Basis für Skepsis. Besonders besorgt zeigen sich die Beschäftigten offenbar beim Wegfall von Arbeitsplätzen durch KI. Auch bei den Geschlechtern gibt es noch Hürden, die einer breiten Einführung und Akzeptanz von KI in mittelständischen Betrieben gegenüberstehen.
Mehr Männer als Frauen greifen im beruflichen Kontext laut dem Ergebnis der LinkedIn-Studie auf KI-Anwendungen zurück. Möglicherweise werden die zahlreichen neuen intelligenten Anwendungen vor allem in der Industrie und bei den direkten Produktionsprozessen eingesetzt. Dort arbeiten zumeist traditionell mehr Männer als Frauen. Allerdings ist dieser Faktor nicht einwandfrei durch die LinkedIn-Studie zu klären.

Quelle: https://topsoft.ch/themen/studie-zeigt-beschaeftigte-in-der-schweiz-sind-bereit-fuer-ki/
Gefährdet KI Arbeitsplätze in der Schweiz?
Die Aussagen könnten nicht widersprüchlicher sein. Wie die beiden nachfolgenden Studien zeigen, sind sich die Schweizer nicht einig darüber, ob Künstliche Intelligenz wirklich Arbeitsplätze gefährdet oder nicht. Bei Topsoft.ch erschien die Publikation bereits vor ein paar Monaten. Möglich, dass sich inzwischen die KI-Skepsis gelegt hat. Wie die obere Grafik zeigt, sehen die Beschäftigten in der Schweiz mit grosser Mehrheit keine direkte Gefährdung ihres Arbeitsplatzes.
Das ist ein guter Wert, allerdings sind immer noch rund ¼ der Studienteilnehmer in Sorge. Und jeder Siebte ist sogar davon überzeugt, oder geht von einem sehr hohen Risiko aus, dass KI ihren Job übernehmen könnte. Im Ergebnis steht eine weitere interessante Zahl, und zwar die der rund 71 Prozent Befragten, die laut der NTT DATA Studie nicht oder kaum in die KI-Strategien ihres Unternehmens eingeweiht sind. Mitarbeiter wünschen sich mehr Informationen und Transparenz, wenn es um Investitionen geht, die sich unmittelbar auf die Arbeitsprozesse auswirken.
Vor allem Beschäftigte mit niedrigem Einkommen fühlen sich nicht besonders gut auf den KI-Einsatz vorbereitet. Sie haben zudem auch seltener Erfahrung mit KI gesammelt und machen sich eher Sorgen um die Auswirkungen der Technologie auf ihren Job als die oberen Einkommensgruppen.
Quelle: https://topsoft.ch/themen/studie-zeigt-beschaeftigte-in-der-schweiz-sind-bereit-fuer-ki/
Druck auf Beschäftigte in der Schweiz wächst – durch KI
Das Thema kommt nicht neu auf, KI ist längst zum Innovationstreiber vieler Branchen und Betriebe geworden. Zahlreiche Start-ups forschen und entwickeln neue Tools. Eine Analyse von 86 Berufen der Denkfabrik einstAIn zeigt jetzt, dass von 3 Millionen untersuchten Jobs 28 Prozent der Profile eine hohe KI-Exposition aufweisen. Wie auf dem Presseportal zu lesen ist, und diese Angaben sind ganz frisch, verändert KI die Arbeit und einen Grossteil der typischen Aufgaben heute schon sehr stark. Es ist davon auszugehen, dass die KI-Revolution nicht nur die Fabrikhalle verändert, sondern sich bis in alle administrativen Aufgaben und Strukturen vorarbeitet.
Erste Studien aus der Schweiz zeigen zudem, dass in Berufsgruppen mit hohem KI-Einfluss die Zahl der Jobsuchenden stärker steigt, im Vergleich zu denjenigen, die nicht davon betroffen sind.
Quelle: https://www.presseportal.ch/de/pm/100006251/100940666
Die Studie macht deutlich, dass KI in nahezu allen Bereichen von Unternehmen Aufgaben und Innovationen beschleunigen kann. Abhängig von der Nachfrage nach intelligenten Anwendungen und den strategischen Entscheidungen auf Management-Ebene kann KI allerdings sowohl für den Abbau als auch für den Zuwachs an Stellen sorgen.
Auch die Politik steht in der Verantwortung, betonen die Macher der Studie. Allerdings findet die wohl umfassendste Veränderung in den Betrieben des Mittelstandes statt, also direkt und unmittelbar vor Ort bei den Beschäftigten. Werden die KI-Tools nur hierarchisch von oben nach unten angeordnet und dienen sie vorwiegend der Kostensenkung, könnte es zu ernsthaften Problemen kommen. Dann sind neue Dienstleistungen, Produkte und Geschäftsmodelle gefährdet, denn die Mitarbeiter könnten sich dem Neuen gegenüber sperren.
Einige Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Beschäftigte deutlich weniger Angst haben, ihren Job durch KI zu verlieren, als bisher angenommen. KI kann zur deutlichen Steigerung der Effizienz eingesetzt werden. Dann stehen die kurzfristigen Effizienzgewinne einer echten Bereitschaft der Belegschaft gegenüber, die Wertschöpfung im Unternehmen zu erhöhen und so echte Wettbewerbsvorteile zu entwickeln. Positiv wahrgenommen werden auch neue Freiräume für die Beschäftigten, wenn intelligente Tools den Arbeitsalltag erleichtern.
Das spüren nicht nur grosse Unternehmen auf globaler Ebene. Überall da, wo das Management klare Prioritäten setzt und die Arbeitsabläufe der Beschäftigten wertschöpfender gestalten will, kommt die grossangelegte KI-Offensive, die die Schweizer Betriebe dringend benötigt, offenbar besser in Fahrt als bei den übrigen Organisationen. Fortbildungsmöglichkeiten und die notwendige Sensibilität mit älteren Beschäftigten führen zu Synergien.
Der demografische Wandel führt auch dazu, dass ältere Beschäftigte immer häufiger mit KI in Berührung kommen. Sie werden zum wichtigen Schlüsselelement für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Es bleibt also spannend bei der KI-Entwicklung im Mittelstand und das Management braucht professionelle Unterstützung, die unter anderem Recruiter leisten können, die sich entsprechend weitergebildet haben.



