Wer auf der Suche nach einer exklusiven Karrieremöglichkeit ist, kommt kaum an den klassischen Stellenbörsen im Internet vorbei. Aber auch bei hochspezialisierten Recruitern werden Fach- und Führungskräfte häufig fündig. Allerdings gibt es immer noch eine hohe Zahl Stellen, die weder öffentlich zugänglich noch bei Personalagenturen ausgeschrieben sind. Der sogenannte verdeckte Arbeitsmarkt wird zunehmend interessanter. Unternehmen suchen nach Strategien, um den bisher schwer zugänglichen Markt zu erreichen. Schliesslich warten hier häufig vorrangig Beschäftigte der oberen Managementebene und wechselwillige Fachkräfte.
Was ist der verdeckte Stellenmarkt?
Stellensuche ohne Stress, das wünschen sich alle Beteiligten. Genau dieser Wunsch macht den verstärkten Einsatz von hochkarätigen Recruitern notwendig. Aber auch die Tatsache, dass Unternehmen häufig Bewerber aussortieren, die möglicherweise perfekt ins Team passen würden, lässt den verdeckten Stellenmarkt anwachsen. Es gab diesen Teil des Bewerbermarktes schon immer. Dort, wo durch Netzwerke und Bekannte die gute Position lockt, von der niemand anders weiss.
Offene Positionen lassen sich auf verschiedenste Weise finden. Allerdings fehlt es den Suchenden oftmals an einem vollständigen Blick auf den Markt, der über die klassischen Jobbörsen im Internet hinausgeht. Aus Gründen der Diskretion schreiben Unternehmen ab einem gewissen Verantwortlichkeitslevel Stellen nicht öffentlich aus. Das war schon immer so, nur ist die Zahl der zu besetzenden Positionen deutlich gewachsen, denn die Neu- oder Nachbesetzung ist unter immer weniger Fach- und Führungskräften schwieriger. So bleiben attraktive Positionen länger verfügbar, und genau davon können potenzielle Kandidaten profitieren. Vorausgesetzt, sie wissen, wie man diese begehrten Stellen findet.
Welche Hürden gibt es beim verdeckten Stellenmarkt?
Statistiken gehen davon aus, dass 60 bis 70 Prozent aller offenen Positionen nie in den traditionellen Stellenbörsen online auftauchen. Grund dafür können interne Vereinbarungen mit dem Betriebsrat sein, andere hindernde Gründe sowie schlichtweg die Chance, Ressourcen zu sparen oder den Ausschreibungsprozess zu umgehen.
Nicht jeder mittelständische Betrieb verfügt über ausreichend Ressourcen, um notwendige interne Einstellungsprozesse zu durchlaufen, und so bleiben Stellen oftmals lange unbesetzt. Die öffentliche Ausschreibung von qualifizierten Positionen ist zudem an verschiedene gesetzliche Hürden gebunden. Auch der Betriebsrat ist vielfach in die Personalsuche involviert und stellt Anforderungen an potenzielle Bewerber und auch an den Ablauf, der die Ausschreibung beinhaltet.
Daher versuchen Unternehmen zunächst, intern Positionen neu zu vergeben. In vielen Organisationen gibt es ein Incentivierungsprogramm für das Anwerben neuer Mitarbeiter. Attraktive Rahmenbedingungen, die über das Normale hinausgehen, sollen die Suche erfolgreicher machen.
Im Arbeitsalltag sind es primär Stellen mit Personalverantwortung, die nur sehr selten in Online-Stellenbörsen ausgeschrieben werden. Vertraulichkeit kann ein weiterer Grund sein, keine öffentlichen Bewerber zu akzeptieren. Ist in einer Organisation eine sensible Position zu besetzen, sollen die Wettbewerber davon meist keinen Wind bekommen. Sie könnten die Informationen zu ihrem Vorteil nutzen und womöglich sogar versuchen, die angepeilten Fachkräfte selbst zu rekrutieren. Der War of Talents ist in vollem Gange.
Wie können Organisationen den verdeckten Stellenmarkt nutzen?
Wenn die breite Öffentlichkeit keinen Zugang zum versteckten Stellenmarkt oder keine Kenntnis davon hat, gehen Organisationen möglicherweise ideale Kandidaten verloren. Intern fehlt es häufig an notwendigen Ressourcen und Know-how, um individuelle Bewerbungsprozesse für hochkarätige Stellen durchzuführen.
Der Markt ist anspruchsvoll geworden, zumal auf Seiten der Bewerber die Gewissheit herrscht, dass sie sich eine neue Stelle aussuchen können. Unternehmen sind auf der anderen Seite besorgt, den passenden Mitarbeiter für bestehende Teams oder zur Neuausrichtung von Abteilungen zu finden. Dazu kommen die hohen Kosten für langwierige und präzise Bewerbungsprozesse.
Der verdeckte Arbeitsmarkt ist einerseits eine Sammlung von Bewerbern und wechselwilligen Beschäftigten und andererseits aus Organisationen und Unternehmen. Dazwischen positionierte sich jedoch gerade in den vergangenen Monaten die Branche der spezialisierten Recruiter. Sie werden auch dringend benötigt und können, sofern sie über spezielle Kenntnisse und Eigenschaften verfügen, den Unternehmen sowie den Bewerbern wertvolle Dienste leisten.
Wer hat schon im Arbeitsalltag eines HR-Mitarbeiters Zeit, Online-Netzwerke und Tech-Communities auf der Suche nach passenden Kandidaten zu durchsuchen? Der verdeckte Stellenmarkt hat seine Tücken und es liegt nicht nur an dem zeitlichen Aufwand, dass nicht jeder einfach an die hochdekorierten Positionen kommt. Als Fachbetrieb hat ein passender Recruiter mehrjährige Erfahrung in der Personalvermittlung. Durch diese und andere Kenntnisse sowie Kontakte entsteht so in der Regel ein grosses und weitläufiges Netzwerk.
Mit der Methode des Active Sourcing werden meist über Jahre hinweg aktive Netzwerke aufgebaut und, ganz wichtig, auch gepflegt. Diese verfügen über zahlreiche Schnittstellen und decken in der Regel mehrere Branchen und Positionen ab. Die enthaltenen Kandidaten werden von Mitarbeitern des Recruiters regelmässig kontaktiert und die Daten werden auf den neuesten Stand gebracht. Durch diese enge Verzahnung sowie das eigene Engagement, den Talentpool zu stärken, können fähige Recruiter aktiv nach passenden Talenten suchen.
Wer sich vor wenigen Jahren beworben hat, könnte heute bereits zu den Top-Talenten der Branche gehören. Es kommt also nicht nur auf die jeweilige aktive Suche in einer konkreten Bedarfssituation an, sondern auch auf die Pflege dieser Kontakte über viele Jahre hinweg. Dazu wird der spezialisierte Recruiter relevante Messen und Kongresse besuchen, möglicherweise eigene Incentivierungsprogramme haben und in den grössten Branchen über wichtige Kontakte und Ansprechpartner verfügen.
Der verdeckte Arbeitsmarkt kann erschlossen werden
Mit dem richtigen Recruiter und einer speziellen Strategie für die Personalsuche und die Einstellung lässt sich der verdeckte Stellenmarkt für Organisationen erschliessen. Die HR-Strategie muss adäquate Schritte und Massnahmen enthalten, um dem Fachkräftemangel auch über den Weg der Nutzung des verdeckten Stellenmarktes entgegenzuwirken. An der Seite von speziellen Recruitern gelingt dies jedoch deutlich besser. Erfahrungsgemäss sind nur die allerwenigsten Unternehmen selbst in der Lage, den Bedarf, den sie intern haben, mit eigenen Anstrengungen zu stillen.
Auch um die notwendige Diskretion zu wahren und den Wettbewerbern einen Schritt voraus zu sein, kann die Zusammenarbeit mit Recruitern sinnvoll sein. Wer über die Partnerschaft nachdenkt, sollte aber vorher prüfen, ob die Personalagentur auch tatsächlich über ein grosses Netzwerk und Kenntnisse der jeweiligen Branche verfügt.


