Das bekannte KI-Unternehmen OpenAI spricht von einem beispiellosen Cyber-Vorfall. Gemeint ist damit das jüngste Ereignis, das die KI-Befürworter ins Straucheln brachte, als sich eine zum Aufspüren von internen Sicherheitslücken entwickelte KI ins offene Internet vorarbeitete, externe Sicherheitslücken ausnutzte und sogar ein Unternehmen erpresste.
„OpenAI spricht selbst von einem „beispiellosen Cybervorfall“: KI-Modelle der Firma brachen eigenständig aus einer Testumgebung aus, verschafften sich Zugang zum offenen Internet – und hackten ein externes Unternehmen.“
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/openai-ki-hackerangriff-100.html
Es ist klar, dass die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz noch ganz am Anfang steht. Allerdings ist das nur eine Seite der Medaille, denn die andere Seite der Münze zeigt, dass KI selbständig Entscheidungen treffen kann, die so vorher nicht trainiert wurden. KI kann Chance oder Albtraum sein, denn wie so oft, lauert die Gefahr auch hier im Detail. Wie genau der Vorfall in den USA ablief, wird noch intern geklärt.
In der Öffentlichkeit gibt es leider schon heute ein allzu oft verzerrtes Bild der Möglichkeiten und Gefahren von KI-Anwendungen. Das Aufspüren von Schwachstellen wird jedoch dazu beitragen, dass sich Künstliche Intelligenz genau dahin entwickeln kann, wo sie sinnvollen Einsatz findet. Ein breites Anwendungsspektrum gibt es im HR und im allgemeinen Personalmanagement.
KI hilft Unternehmen beim Talentmanagement
Sei es durch die Vielzahl kleiner und manuell ausführbarer Prozessschritte oder die engmaschige persönliche Betreuung: KI kann Unternehmen auf dem Weg in die notwendige Effizienz der Zukunft unterstützen. Es scheint so, dass KI längst ein Innovationstreiber ist. Die intelligente Technologie ist schon in zahlreichen Branchen und Märkten weit fortgeschritten und stärkt den digitalen Reifegrad in Betrieben.
Allerdings können derzeit vor allem grosse Konzerne von den Vorzügen intelligenter Anwendungen im Talentmanagement profitieren. Sie verfügen über Mittel, um dem immer stärker werdenden Druck aus härterem Wettbewerb und zu wenig Fachkräften entgegenzutreten. Dennoch kann man nicht generell behaupten, dass nur Global Player und Marktführer die Chance haben, mit KI relevante Vorteile entlang ihrer Wertschöpfungskette auszubauen.
Intelligente Tools können schon heute im Talentmanagement helfen, und zwar beim
- Aufspüren potenzieller Kandidaten,
- Rationieren von Bewerbungsprozessen,
- Optimieren von Einstellungsverfahren,
- Entlasten von HR-Abteilungen hinsichtlich manueller Prozesse,
- Ausgestalten von fairen Auswahlverfahren,
- Aufbau von Talentpools.
Man muss auch sagen, dass es trotz dieser zahlreichen Verbesserungen und Entlastungen auch Grenzen intelligenter Anwendungen in diesem Bereich gibt. Vor allem das breite Anwendungsfeld von intelligenten Technologien im Personalmanagement kann Unternehmer wie Beschäftigte schnell überfordern. Auch das Wissen und die Qualifizierungen der Mitarbeiter müssen mit den Anforderungen und den verfügbaren KI-Tools mithalten.
Wo kommen intelligente Tools im HR an ihre Grenzen?
Bricht man es auf die kleinste Einheit herunter, dann ist KI nichts anderes als eine Sammlung aus Daten. Daraus entsteht mittels Big Data und anderen Datenverarbeitungsstrategien eine Trainings-Software, ein sogenanntes Modell. Die Software ist dann in ihrer Anwendung darauf angewiesen, dass zunächst die eingespeisten Daten von hoher Güte waren, und erfordert anschliessend den richtigen Einsatz.
Mit dem richtigen Einsatz ist vieles gemeint, vorrangig jedoch die Zusammenarbeit von Mensch und Technologie. Wenn niemand weiss, wie KI funktioniert und wo die Chancen und Risiken liegen, ist sie nicht kontrollierbar. Die Auswirkungen hat gerade erst die OpenAI-KI auf den Tisch gelegt. Auch wenn solche Fehlleitungen am Ende sinnvoll sind, um die Technologie in Zukunft noch besser zu verstehen oder zu nutzen, wurde uns vor Augen geführt, dass echte Gefahren hinter ihr stehen können.
Die wichtigste Ressource in Organisationen ist und bleibt aber der Mensch. Genau deshalb ist es unerlässlich, dass Unternehmer ihre Beschäftigten auf den Einsatz von KI vorbereiten, sie bei der Verwendung begleiten und für ihre Qualifizierung sorgen. Der War of Talent wird anhalten und sich möglicherweise sogar noch verschärfen. Neben dem digitalen Reifegrad wird über den zukünftigen Erfolg im Markt auch der richtige Einsatz von intelligenten Anwendungen entscheiden.
Sind Mitarbeiter mit den intelligenten Anwendungen überfordert oder nicht einverstanden, dann:
- werden KI-Anwendungen nicht genutzt,
- gehen wichtige Wettbewerbsvorteile verloren,
- entsteht Unzufriedenheit bei der Belegschaft,
- sinkt in der Regel die Effizienz,
- verlieren Organisationen den Anschluss,
- sinkt der digitale Reifegrad,
- verschlechtert sich die Reputation als Arbeitgeber,
- wandern möglicherweise Mitarbeiter ab.
So kommt KI in HR-Abteilungen richtig zum Einsatz
Zunächst wird das theoretische und praxisnahe Grundwissen vermittelt. Danach können Unternehmer KI in ihre Abläufe integrieren. Sie müssen jedoch dabei auf alle möglichen Vorgaben und Rechtsrahmen achten. So sind unter anderem die DSGVO, der AI Act und viele andere Vorgaben und Regelungen zu beachten. Mitarbeiter, die nicht vom Einsatz intelligenter Tools überzeugt sind, stören die Wertschöpfung und verhindern damit wahrscheinlich notwendige Fortschritte und Prozesse.
Aber auch die Verfügbarkeit von Ressourcen spielt eine wichtige Rolle bei der Planung von KI im Personalmanagement. Sind diese oder das Know-how nicht ausreichend, sollten sich Unternehmer an speziell geschulte Recruiter wenden. Durch die Partnerschaft im KI-Bereich für HR entstehen auch gewinnbringende Synergien in anderen Bereichen. So können die erfahrenen Personaler Beschäftigte anleiten, das Talentmanagement mit KI-Agenten sinnvoll und wirksam zu digitalisieren.
Die Recruiter können den allgemeinen und speziellen Schulungsbedarf ermitteln und regelmässig überprüfen, ob die Digitalisierung in allen Prozessen greift. Die eine passende Strategie für den Einsatz von KI-Systemen gibt es nicht, sie ist individuell zu erstellen und konstant auf Wirksamkeit zu überprüfen. Mit Optimierungen und der noch engeren Verzahnung von Mensch und KI wird die Wertschöpfungskette aufgewertet.
Unternehmer, die jetzt verpassen, KI in ihre Organisation zu integrieren, haben es in Zukunft noch schwerer, und das gilt nicht nur für die Einstellung dringend notwendiger Fachkräfte. Um die digitale und intelligente Wende zu bewältigen, müssen beide Aspekte eng zusammenarbeiten. Der Markt hat sich längst für eine KI-Wende entschieden, jetzt gilt es, nicht den Anschluss zu verlieren. Durch sehr gut ausgebildete und langjährig erfahrene Recruiter stehen für alle Belange wichtige Partner zur Verfügung, die genutzt werden sollten. KI ist dann nur ein Teil einer umfassenden Strategie für das Talentmanagement.



