Es ist an der Zeit, über gute Führung der Zukunft zu reden. Nicht über eine Zukunft in 10 oder 20 Jahren, sondern die nächsten 4 bis 5 Jahre. Was bedeutet gute Führung 2030, mit der sich verschiedene Studien beschäftigen? Future Skills vereinen die zukünftigen Führungsstile, Qualitäten und Strategien in einem modernen Begriff. Mit den traditionellen Hierarchien in Organisationen ist es endgültig vorbei. Moderne intelligente und transparente Systeme übernehmen eine wichtige Rolle und sollen Unternehmen Erleichterung bringen, stellen das Management aber auch vor grosse Herausforderungen.
Personalmanagement bedeutet mehr als die Abrechnung von Beschäftigten und das Verhandeln von Gleitzeitmodellen mit der Geschäftsführung. Beschäftigte, die wechselwillig sind, und Bewerber, die aktiv auf Stellensuche sind, orientieren sich anhand der Attraktivität eines Arbeitgebers bei der Auswahl. Das bedeutet, die Kandidaten haben höhere Ansprüche an den Führungsstil eines Unternehmens als noch vor wenigen Jahren. Welchen Ruf ein Unternehmen hat, zeigt sich beispielsweise an Mitarbeiterbewertungen auf speziellen Portalen und Webseiten.
Entsteht dort der Eindruck, klassische Führungsmodelle herrschen noch immer vor, nehmen viele Interessierte Abstand von einer Bewerbung. Bei der anhaltenden Knappheit von Fach- und Führungskräften ist dies ein Teufelskreis, aus dem sich nur schwer entkommen lässt. Besser ist es, schon heute aktiv auf die Führungsanforderungen zu reagieren und die potenziellen neuen Beschäftigten mit überzeugender HR-Arbeit und tadellosem Ruf abzuholen.
Moderne Führungsstile stellen einen klaren Vorteil im harten Wettbewerb dar und können sogar helfen, andere Probleme von Unternehmen unter schwierigen Marktbedingungen zu lösen oder abzuschwächen. Transparente Kommunikation, faires Miteinander und interne Entwicklungsmöglichkeiten führen so zu besserer Motivation und weniger Fluktuation.
Gute Führung ist ein Wettbewerbsvorteil
Gute Führung ist Teil der Future Skills. Das Jahr 2030 steht stellvertretend für einen wichtigen Meilenstein. Noch vier Jahre haben Unternehmer Zeit, sich dem Trend zu stellen und auf die Auswirkungen vorzubereiten. Selbstverständlich geht gute Führung über dieses Datum hinaus. Das Datum kann aber als Zielsetzung verstanden werden.
Die IHK Rhein-Neckar stellt in einer Studie die Bedeutung der Future Skills 2030 vor und betont, dass Fach- und Führungskräfte für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen verantwortlich sind. Untersuchungen der AgenturQ und Südwestmetall zeigen, wie wichtig es ist, jetzt die richtigen Fähigkeiten im HR, aber nicht nur da, aufzubauen. Zwar beleuchtet die Studie nur die Ergebnisse von Fach- und Führungskräften der Metall- und Elektroindustrie, jedoch wurden auch Ergebnisse von anderen Studien und Experteninterviews berücksichtigt. Die Antworten der Teilnehmer zeigen einen klaren Trend und der lässt sich laut Studieninitiatoren in vier relevante Skills aufteilen.
Vier Future-Skills-Cluster prägen laut Studie die Industrie der Zukunft, und zwar:
- Kompetenzen in den Bereichen Technologie und Digitalisierung
- Industrielle Kompetenzen
- Überfachliche Fähigkeiten
- Kompetenzen zur Sicherstellung zentraler Geschäftsprozesse
Im Kern werden Fach- und Führungskräfte vorrangig die Fähigkeit haben müssen, stabile Prozesse langfristig sicherzustellen. Darunter fallen die betriebliche Resilienz in Krisenzeiten und ein sicheres Risikomanagement. Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie sich das Schicksal von Unternehmen anhand einer relevanten Marktveränderung von zukunftsfähig auf nicht tragbar verändern kann. Und das meist innerhalb weniger Tage. Reagiert ein Unternehmen nicht adäquat auf Kritik oder schaltet eine Organisation unangemessene Werbung, kann es schnell zu erheblichen Verlusten kommen, und das bedroht auch die Arbeitsplätze. Fehlt es Führungskräften an der passenden Kommunikation im Krisenfall, schadet das dem gesamten Unternehmen.
Die Resilienz eines Unternehmens muss Teil der Strategien für gute Führung sein. Märkte sind nicht nur dynamisch, sie sind auch schwieriger als bisher und die neuen Probleme brauchen intelligente Lösungen von führungsstarken Persönlichkeiten.
KI-Tools sind in der Gegenwart angekommen
Technologie und Digitalisierung umfassen unter anderem den betrieblichen Umgang mit und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Intelligente Tools gehören nicht mehr in die Zukunft, sie prägen schon heute vielfach den beruflichen Alltag und verändern die Stellenbeschreibungen wichtiger Positionen. Die aktive Einbettung von KI in Arbeitsprozesse findet immer häufiger statt. Das notwendige Know-how muss auf allen Ebenen vorhanden sein, damit die digitale Transformation an dieser Stelle gelingen kann.
Industrielle Kompetenzen umfassen unter anderem Fachkenntnisse in der Produktionsplanung, der Maschinenführung und beim Einsatz von Industrie-4.0-Technologien. Beschäftigte benötigen in der industriellen Fertigung ein tiefes Verständnis über die Funktionsweise von intelligenten Applikationen. Die Industrie 4.0 zeigt, wie wichtig etwa hochentwickelte Sensoren sind. Produktionsmitarbeiter der Zukunft bedienen vernetzte Produktionsanlagen und erfassen mit KI relevante Kennzahlen. Damit schaffen sie eine neue Datenbasis, mit der sich komplexe Herausforderungen in eine effektive Arbeitsweise umwandeln lassen.
Future Skills 2030 müssen jetzt entwickelt werden
Future-Skills im HR unterliegen einer besonderen Relevanz in der Zukunft, denn diese Abteilung beschafft neue Fach- und Führungskräfte und trägt die neuen Führungsstrategien in die Teams. Ein effizienter und zukunftsfähiger Führungsstil ist nicht als Paket erhältlich. Es kommt auf Individualität und Flexibilität an. Und ganz wichtig ist, dass sich der neue Führungsstil auf allen Ebenen zeigt und keinen Bereich oder keine Abteilung auslässt.
Mit angepassten Future Skills kann jede Organisation, egal was hergestellt oder angeboten wird, das interne Netzwerk aus verzweigten Prozessen und Abläufen optimal auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten. Mangelt es an guter Führung im Unternehmen, verstärken sich die negativen Auswirkungen bis ins kleinste Detail. Schnell leiden die Kundenzufriedenheit, die Mitarbeitermotivation und die Effizienz. Auch eine gesteigerte Wechselwilligkeit der Beschäftigten, überdurchschnittlich viele Produktionsausfälle oder ungewohnt lange Wartungsintervalle lassen sich in vielen Fällen auf altmodische oder nicht vorhandene Führung zurückverfolgen.
Future Skills sind eng verzahnt mit der Wertschöpfung eines Unternehmens. Und das bringt die sichere Wettbewerbsfähigkeit für die nächsten Jahre.
Gute Führung steigert die Wertschöpfung
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die auf eine schlechte Führung in einer Organisation deuten können. Darunter unter anderem die Abwanderung von jungen Talenten, eine geringere Produktivität, fehlende Motivation der Beschäftigten sowie Verzögerungen bei Lieferterminen. Damit es gar nicht erst zu einem Abwärtsstrudel kommt, muss eine gute Führung als Teil der Vision eines Unternehmens verankert sein. Sie nimmt einen hohen Stellenwert ein und muss wie ein ständiger Kreislauf aus Beobachtung, Analyse und Optimierung gesehen werden. Menschen, Prozesse und Technologien vereinen sich zu Kompetenz. Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Führungsvision stellen die Basis dar. Dann folgt die stetige Weiterentwicklung von Zukunftskompetenzen, um die neuen Erwartungen erfüllen zu können.
Traditionellen Führungsmodellen folgen flexible Führungsstrategien. In der Zukunft passen sich Systeme mithilfe von KI automatisch an die aktuellen Markt- und Technologietrends an. Der neue Führungsstil muss zur Unternehmenskultur, dem Leitbild und der Vision passen, besser noch als Teil davon gesehen werden. Aber Geduld und Durchhaltevermögen sind notwendig, ehe sich spürbare Verbesserungen zeigen.
Spezialisierte Recruiter verhelfen Unternehmen zur notwendigen Führungsstärke, falls es an internen Ressourcen fehlt. Future Skills sind nicht über Nacht in die Struktur implementiert, die unter Umständen schon Jahre und Jahrzehnte funktioniert. Doch für eine neue Wertschöpfung braucht es neue Gedanken, innovative Führungskräfte und transparente Kommunikation. Nur so lassen sich die Aufgaben bewältigen, die nicht nur bis 2030, sondern auch weit darüber hinaus, Organisationen fordern werden.


